Unterwegs

Ein Auto zwei Tage drei Mädels – Tag 1

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Wir wussten nicht wo es hingehen soll. Gemeinsam sind wir einfach drauflos gefahren, suchten uns auf der Karte eine grobe Richtung und starteten. Mit dem Auto durch Irland.

Ok, ganz so spontan waren wir doch nicht. Am Abend vor dem Ausflug schaute ich im Internet nach Mietwagen und war entsetzt, dass keine verfügbar waren. Ich hätte mich doch eher dazu entscheiden sollen, wann und wie lange ich ein Auto mieten will. Der Kompromiss war, das Mieten des Autos in der Stadt und die Rückgabe am Airport. 

Der Tag fing schon gut an. Erst kam mein Bus zu spät und dann war er auch noch proppe voll. Ich kam mit meinem Rucksack weder vor noch zurück. Es war zum Heulen, am liebsten hätte ich hingeschmissen. Kurz vor neun erreichte ich die Mietstation, wo meine Schwester und meine beste Freundin schon warteten. Dann ging es los. Mein Führerschein wurde begutachtet, wir wurden über die Versicherungsbedingungen informiert, ließen uns ein kaputtes Navi andrehen und dann gingen wr zum gebuchten „Fox“. 

Unser Mietwagen

 Ich konnte keinen entdecken. Wie geil, wir bekamen einen neuen Golf. Das ist doch mal was, Fox bezahlt, Golf bekommen. Da war die miese Busfahrt wieder wettgemacht.

Zuerst versuchte ich mich damit zurechtzufinden, dass ich auf der anderen Seite sitze, dass ich mit links, statt rechts schalten muss und dass ich auf der richtigen Straßenseite fahre. Wir verstauten unsere Rucksäcke, machten es uns im Auto gemütlich, stellten eine Route Richtung Kilkenny ein und versuchten erst mal aus der Stadt herauszukommen. Wie sieht ein Auto mit Fahrer auf der rechten Seite aus? Die Pedale sind gleich, genauso die Reihenfolge der Gänge von links nach rechts, ich musste nur meinen rechten Arm dazubringen am Lenkrad zu bleiben, denn der erste Reflex, wenn ich schalten wollte, war, dass mein Hand gegen die Fahrertür donnerte.
Der Stadtverkehr war doch einfacher als die Landstraßen, denn hier waren so viele Autos, dass man wusste auf welcher Seite man sich einordnen musste. Außerhalb fand ich mich oft auf der falsche Fahrbahn und wechselte nur dank meines aufmerksamen Beifahrers. Aber es ist alles nicht schlimm, man hat nach einem halben Tag den Dreh raus.

Als wir endlich aus Dublin herausgefunden hatten, folgten wir der Autobahn Richtung Südwesten. Unseren ersten Halt legten wir in Kilkenny ein. Dort wollten wir gern das Schloss und vielleicht auch noch die Brauerei besichtigen. Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten spazierten wir in die Innenstadt, besorgten uns ein Mittagessen und gingen weiter in Richtung Schlossgarten. Davor war ein kleiner Markt mit vielen leckeren Waren aufgebaut. Der Fisch roch sehr lecker, aber wir waren satt von unsere Baguettes. 

Schloß Kilkenny

Im Park angekommen fing es auch gleich an zu regnen. Was sonst. Das irische Wetter eben. Schnell noch ein Foto vom Springbrunnen und weiter. Wir wanderten einmal um das Schloss herum und schauten auch mal hinein. Ok, wir suchten ne Toilette. Zum Besichtigen hatten wir keine Zeit, wir wollten bis zum Ring of Kerry kommen. Ja, soweit hatten wir uns im Auto schon geeinigt.

Zurück in der Stadt wollten wir gern die St. Canice Cathedral besuchen. Diese hat wohl einen hohen Turm, von dem man einen super Blick über die Stadt hat. 

Innenstadt


Nach einem starken Kaffee aus der Stadtmitte fanden wir erst mal nur die St. Marys Cathedral. Nachdem wir noch mal genau auf die Karte geschaut hatten standen wir auch direkt vor der St. Canice. Leider war grad Mittagspause. Das wars wohl mit Turm besteigen. Wir schlenderten um die Kirche herum und machten uns wieder auf den Weg in Richtung Südwesten. 

St. Marys Cathedral

 Das Handynavi schickte uns auf der Suche nach der Autobahn über abenteuerliche Straßen. Es tat gut mal richtig irische Landschaften zu sehen. Tiefes grün, viele Weiden, ein paar Schafe und Rinder und kilometerlange Mauern, welche die Grundstücke abgrenzten. Klasse. Danke Google. Leider sahen wir auch Schäden des vergangen Hochwassers. Gleich kamen die Erinnerungen an die Flut in Deutschland hoch.

Als wir wieder auf der Autobahn waren ging es zügig weiter bis Killarny. Dort beginnt der Ring of Kerry. Wir entschieden uns mit dem Uhrzeigersinn zu fahren, denn wir rechneten einfach mal damit, dass im Februar keine Touristenbusse unterwegs sind (die Touristenbusse verkehren gegen den Uhrzeigersinn und das könnte eng werden wenn einer entgegen kommt). Doch vorher hielten wir im Nationalpark an. Beim Aussteigen konnten wir schon das laute Rauschen von Wasser hören und folgten dem Ton. 

Wasserfalls im Nationalpark Killarney
Nationalpark Killarney

 Wir kamen an einem Wasserfall an, mitten im Urwald, alles war moosbewachsen und in der Dämmerung wirkte es schon ein wenig unheimlich und mystisch. 
In Kenmare wollten wir uns dann eine Unterkunft suchen. Den Weg dorthin fuhren wir leider im Dunkeln. Die Landschaft war atemberaubend. Es ging steil bergauf und bergab. Der Golf kämpfte sich die schmale Straße entlang. Umgeben waren wir von Steinen und Geröll, welche mit kleiner Vegetation überwuchert war.

Bald sahen wir Lichter und waren froh wieder in der Zivilisation angekommen zu sein.
Die Suche nach einem B&B zeigte sich als nicht sehr einfach, denn es ist keine Saison. In einem Fleischereigeschäft wurde uns geholfen. Die Schwester der Verkäuferin betreibt ein B&B und holte uns nach wenigen Minuten ab. Schnell bezog sie zwei Doppelbetten und entschuldigte sich dafür, dass sie keine Heizung hat, denn im Februar kommen normalerweise keine Touristen nach Kenmare. Im Sommer ist hier ein wahrer Touristenmagnet, fast jeder Einheimische bietet dann ein B&B an.

Zum Aufwärmen bekamen wir schwarzen Tee und das Angebot, dass sie uns zum Essen in die Stadt bringen und wieder abholen würde. Das fanden wir absolut spitze. Klasse, da konnte ich mir auch ein Bier gönnen. Im kleinen Zentrum hatten zwei Gaststätten geöffnet, wir entschieden uns für die etwas günstigere und kamen mitten in ein Fußballspiel geschneit. Der Raum war gut gefüllt, viele Familien saßen hier und gönnten sich ein Abendessen. Allerdings waren wir am Ende die letzten Gäste, der Wirt wollte gar nicht sehen, dass wir gern zahlen wollten.

O’Donnabhain’s Bar & Restaurant

  Zum Abschluss gingen wir ins gegenüberliegende Pub. Das war ziemlich klein und kuschelig. 

Crowley‘ s Bar

Nach einem halben Pint riefen wir unsere Gastgeberin an und wollten nach diesem anstrengenden Tag einfach nur noch ins Bett. Nach einer warmen Dusche fielen wir zusammen mit unseren Wärmflaschen in die kuscheligen Betten und schliefen bis um sieben des nächsten Tages durch.


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