Unterwegs

Ein Auto zwei Tage drei Mädels – Tag 2

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Halb acht hatten wir unser Frühstück bestellt, typisch Irisches wollten wir gern probieren. Und das bekamen wir auch. Wen es genauer interessiert, der kann dies hier nachlesen. 

Wir hatten mit unserer Übernachtungsmöglichkeit echt Glück, super freundliche und hilfsbereit, moderne Einrichtung und ehrliche Gastfreundschaft. Wir hätten sicher noch lange dagesessen und geredet, aber wir hatten noch einiges an Weg vor uns.
Wir verabschiedeten uns und folgten weiter der N21 Richtung Westen. 

Ring of Kerry

Die Sonne im Rücken, ab und zu auch mal Regen. Aber wunderschön. Im Februar kann man nicht viel reißen, aber allein die Landschaft vom Auto aus zu beobachten hat schon sehr beeindruckt. Und endlich, endlich kamen wir ans Meer. 

Die Straße führte mal an der Küste entlang, dann wieder etwas im Landesinneren. Aber immer wieder waren wir fasziniert von der satten leuchtenden Farbe des Wassers. Die Sonne und Wolken spielten mit der Wasseroberfläche, unterschiedlichste Lichtspiele konnten wir beobachten. Traumhaft.

Wir waren fast allein auf der Straße. In der Saison möchte ich nicht auf diesem Weg unterwegs sein. Er war oft mit scharfen Kurven und Engstellen bestückt, sodass ich bei einem entgegenkommenden Bus weiche Knie bekommen hätte. Ganz schlecht als Fahrer.
Entlang der Straße hielten wir oft an und genossen das faszinierende Bild der Landschaft und des Meeres. Kein Wunder, dass der Ring of Kerry zu den schönsten Küstenstraßen Europas zählt. Trotzdem, dass wir Februar hatten, war das Wetter gnädig und wir hatten die meiste Zeit Sonne. Unser erstes Etappenziel waren die Skerry Islands, an der Spitze der Halbinsel „Iveragh“. Leider fahren um diese Zeit keine Boote zu den Inseln, aber wir wollten sie wenigstens aus der Ferne sehen. 

Wir bogen in Waterville von der N70 in Richtung Ballinskelligs ab. Wir waren jetzt auf dem sogenannten Skelling Ring. Kurz vor Mittag fuhren wir in eine Art Bucht und entdeckten, von Nebel noch etwas verhüllt, die Inseln. Die Sonne schient, das Meer rauschte. Besser ging es nicht. 

Am Horizon – Skelling Islands

Wir standen einfach da und genossen den Anblick. Natürlich mit vielen Fotos. Danach folgten wir der Straße weiter nach Portmagee. 


Die Straße führte steil bergauf und bergab, durch kleine Dörfer und an steilen Hängen entlang. Es war einfach nur faszinierend diese karge Landschaft zu sehen. 

Portmagee

In Killorglin entschieden wir uns Rast zu machen für ein kleines Mittagessen und um das Auto zu betanken. Im Café am Marktplatz gönnten wir uns einen Kaffee, umrundeten den Platz und gingen zum Auto zurück. Wir haben uns entschieden nach Dingle zu fahren, auf der Dinglehalbinsel, vorbei an Inch, wo es einen wunderschönen Strand geben soll. Wir mussten das irische Baden noch ausprobieren.

Killorglin

In Inch angekommen stürmte es sehr stark. Uns wehte es fasst den Hut vom Kopf. Sand fegt über die Straße und wir kämpften uns gegen die Naturgewalt Richtung Wasser vor. Unmöglich bei dem Sturm irgendwie zu „baden“. 

Inch

Also weiter in Richtung Dingle. Das Wetter meinte es heute wirklich gut mit uns, die Sonne begleitete uns die meiste Zeit des Tages. Am Zielort angekommen besichtigten wir erst mal die Stadt.

Dingle

Begleitet wurden wir dabei von kurzen und heftigen Regenschauern. Das besondere in Dingle ist nicht nur der irische Flair, die irische Sprache, Slea Head, eine steil abfallende Klippe im Westen sondern auch der Delfin „Fungi“ welcher immer wieder in die Bucht von Dingle zurückkehrt und zu einer wahren Touristenattraktion geworden ist. Wir haben lediglich die Geschichten dazu an den Infotafeln gelesen.

Der Hafen von Dingle

Es war später Nachmittag geworden und wir haben immer noch nicht „gebadet“. Wir mussten uns aber langsam auf dem Heimweg machen. So fuhren wir zurück in Richtung Tralee über den Conor Pass. 

Blick vom Conor Pass

Dieser war ziemlich schmal, rechts der Berg, links gings steil runter. Irgendwo zwischen Dingle und Castlegregory fanden wir einen kleinen Wasserfall und füllten unsere Wasserflaschen auf. 

Unterwegs entdeckten wir ein Schild mit dem Hinweis „Fermoyle Beach“. Das war unsere letzte Chance auf Baden. Also folgten wir dem Weg bis zu einem kleinen Parkplatz hinter Dünen. Dort schnappten wir uns das Handtuch und liefen in Richtung Meer. Schuhe aus und ab ins Wasser. Ja, irisches Baden ist ein wenig anders. Man läuft ins Wasser, krempelt die Hosen noch etwas hoch und „planscht“ mit den Füßen im kühlen Nass. Und das war wirklich kalt. Ich hab es ehrlich gesagt nicht getan, aber meine Schwester und meine Freundin. Ich durfte Fotos machen 🙂

Fermoyle Beach

Bevor die Füße vor Kälte abfallen, liefen wir zurück zum Auto und fuhren weiter in Richtung Tralee.

Ein einsamer Esel

Von dort ging es weiter nach Limerick. Es wurde langsam dunkel und so viel war gar nicht mehr zu sehen. Langsam kroch die Müdigkeit in unsere Glieder. Die Tage waren ziemlich anstrengend. Doch wir haben es genossen und es hat sich gelohnt. Im Februar Irland zu erkunden ist gar nicht so schlecht, wenn man einigermaßen Glück mit dem Wetter hat. Die bekannten Gebiete sind einfach noch nicht so von Touristen überlaufen.

Kurz vor Dublin leuchtete das Kontrolllämpchen für den Reifendruck auf. Wir mussten also eine Tankstelle suchen und auffüllen. Wir hatten Glück und bekamen Hilfe am Druckluftgerät. Ein junger Mann pumpte an allen vier Reifen Luft nach. Das Auto lieferten wir ohne Schaden am Airport ab, nahmen den letzten Bus nach Hause und vielen in unsere Betten.
Schön wars. So langsam finde ich Gefallen an dem Land. Es hat auch lang genug gedauert. 

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