Unterwegs

Ein Wochenende in Galway

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Die ESN veranstaltet nicht nur Pub Crawls und Partys sondern auch Ausflüge durch Irland. So meldete ich mich für den Trip nach Galway und den Cliffs of Moher an (hatte die Reise nach Belfast leider verpasst. Alle Plätze waren belegt).

Reisebus oder…

Pünktlich halb zehn morgens saß ich im Bus. Aber ich war noch saumüde. Wollte an dem Morgen nicht aufstehen. Null Bock auf diesen Trip! Bis halb sieben durchgeschlafen. Und halb acht hat dann der Wecker geklingelt. Noch ein paar warme Sachen dazugepackt, gefrühstückt und mit dem Bus in die Stadt gefahren. Ich glaub ich bin mit eine der, die das wenigste Gepäck hat! Wieso haben alle Minikoffer und Reisetaschen in Irland? Gekauft? Mitgebracht? Ich hab einen großen und einen kleinen Rucksack. In den kleinen passt mein Zeug mit Kamera und Lappi, Ladekabel, Klamotten und Waschtasche nicht alles rein. Also habe ich mit meinem Skechersbeutel bedient der aber nicht sehr stabil ist. Geht er halt kaputt! Leapcard war leer. Musste in Central rennen und aufladen. Als ich am Bus Stop stand fiel mir ein, dass die Busse zwischen 8 und 9 Uhr besonders voll sind. Meine Motivation ging gehen minus unendlich. Aber ich hatte verdammte 90€ bezahlt für diesen Ausflug, da musste ich durch. Geil ist auch dass nicht kontrolliert wird wer einsteigt 😀 Iren eben!
Kurz nach Fahrtbeginn war der Platz neben mir nicht mehr frei. Ein junger Mann hat sich zu mir gesetzt. Franzose der in Berlin lebt und den ESN-Präsidenten kennt und für den Galway Trip extra aus Deutschland geflogen kam. Computer Scientist. Wie alle irgendwie hier. Komischer Typ, erst enthusiastisch mit mir geredet, dann genauso schnell von mir abgelassen und zum Bier gegangen! Egal. Hab Musik gehört und ein paar Artikel von meinen favorisierten Blogs gelesen. Nur leider wurde die Musik im Bus auch immer lauter. Vor allem nach dem Stop an einer Tankstelle, an welcher wir genötigt wurden Alkohol zu kaufen. Ich habe mir lediglich ein Baguette geholt. War mir zu doof. Ich lasse mich zu nix zwingen, auch nicht von den Orgas des ESN. Nach dem der ganze Bus wieder voll war und ein Mädel einen mehr oder weniger erotischen Tanz hingelegt hat, tanzten noch zwei Kerle und schmissen sich gegenseitig die T-Shirts zu. Wers braucht. Ich glaub ich war zu müde um das irgendwie lustig zu finden.

… Partybus?

 Nach einer halben Stunde legten wir einen sogenannten Emergency-Piss-Stop ein:

Was ist irischer Humor?
– Bustrip. Wir animieren alle Passagiere mittags Bier zu konsumieren, halten mitten in der Pampa an der Autobahn für einen Emergency-Piss-Stop, (natürlich ohne Mädchenversteckmöglichtkeit) und während alle Pinkeln fahren wir weiter!

Als ich den Fahrbahnrand sah, war ich froh nicht zu müssen, aber viele Mädels hatten ganz schön Drang nach dem Bier. Es war Wiese, dahinter Feld, abgegrenzt durch einen dicken Zaun. Auf dem Feld weideten Schafe. Es gab keinen Busch und keinen Strauch. Trotzdem strömten die Studenten hinaus. Dann sah man schon die verzweifelten Blicke einiger Mädels, weil sie nix zum Verstecken fanden. Besondere Aufmerksamkeit erregte eine, die sich von ihrer Freundin helfen ließ. Ein großes Tuch sollte vor Blicken schützen, aber leider war es so stürmisch, dass das nichts half, der ganze Bus lachte. Als alle mit vollen Blasen draußen am Zaun aufgereiht standen fuhr der Bus weiter, beschleunigte, als ob er wieder auf die Autobahn fahren wolle und stoppte nach ca. 150m. Die Iren haben nen echt komischen Humor. Aber das war wohl das Highlight heute. 

Es fing furchtbar an mit regnen, der Himmel öffnete seine Schleusen. So kamen wir in Galway an. Danach war so ein Andrang an der Rezeption, dass die Leute nur schubweise abgefertigt wurden. Ein Teil wartete immer im Bus. Tja, nur wusste ich das nicht. Es hat auch keiner was gesagt. Ich hab schon gewartet bis kaum jemand mehr im Bus war. Aber als ich raus wollte musste ich trotzdem warten, weil wohl immer noch zu viele an der Rezeption standen. Danke liebes ESN-Team, dass ihr die Musik auf Anschlag stellt aber die Infos untern Tisch fallen lasst. Kurz darauf durfte ich auch einchecken und bin nun mit 5 Holländerinnen auf einem Zimmer. Finde alle nett, eine hat sogar Geburtstag. Die meinte zu mir, dass sie heute Tod sein wird. Das glaub ich auch, sie muss ordentlich feiern, dafür sorgen ihre Freundinnen schon. Gegen 16 Uhr konnte man an einer kostenlosen Stadtführung teilnehmen. Viking Free Walking Tour. Das besondere ist, dass es hier wirklich um den Kunden geht. Wem die Tour nicht gefällt zahlt auch nichts, wer Freude daran hatte der gibt einen freiwilligen Betrag. Finde ich eine gute Idee. Der Pub Crawl am Abend wird ebenfalls von Viking veranstaltet, kostet aber 15 EUR. Vier Pubs inklusive Shots und Trinkspielen werden besucht. Kurz vor um vier versammelten sich alle in der Küche und wurden von unserem Guide abgeholt. 

Familienwappen der 14 Tribes von Galway

Sie führte uns auf den Marktplatz, von dort starteten wir in Richtung Fluß und gingen am Wasser entlang zurück in die Stadt, immer mit kleineren Stops mit Erklärungen. Unter anderen bei der „Spanish Arch“. 

Hier kamen die Händler aus Spanien und Portugal an, da in der Blüte ihrer Zeit, die Stadt einen regen Handel mit den Ländern hatte. Auch wird behauptet, dass Columbus hier den Tipp bekam nach Westen zu reisen. Interessant ist auch Lynchs Castle. 

Einer der 14 Adelsfamilien, welche die Stadt regierten. Ein sehr bekannter Punkt ist Lync Memorial Window. 

Hier lies James Lynch, ein unbestechlicher und starken Gerechtigkeitssinn besitzenden Mann, welcher selbst seinen Sohn eigenhändig hinrichtete, weil dieser einen spanischen Edelmann ermordete. Leider habe ich sie oft akustisch nicht verstanden, da der Wind zu stark war. Laut hat sie eigentlich geredet. Am Startpunkt endete die Tour auch wieder. 

Zurück im Hostel begann das große Schminken. Mitten im Durcheinander stellte ich fest: Hab keine Handtasche 🙁 wie soll ich da mein Geld unterbringen?

Im ersten Pub, ok das war eher ein Restaurant mit Hotel, gingen wir erst mal Essen. 

Rindfleisch in Guinesssoße und Kartoffelbrei

Joah, war ganz nett. Das Essen war lecker und wir bekamen ein Mini-Guiness, irgend nen süßen Likör. Der Höhepunkt hier war, dass sich der Busfahrer oben herum auszog und dann wegrannte. Ich hatte noch nicht genug Alkohol getrunken um das lustig zu finden:
Irischer Humor ist…
… wenn der Busfahrer Striptease vor den Studenten macht.

 
Der Pub Crawl wurde aufgelockert mein einem kleinen Spiel: jeder bekam eine Kartoffel. Ziel ist es so viele Kartoffeln wie möglich zu sammeln um am Ende ein „schickes“ T-Shirt zu erhalten. Wie kommt man an Kartoffeln, z. B. gegen einen Pint eintauschen oder auf dem Tisch tanzen, das blieb jedem selbst überlassen, wie kreativ er war. Ich versuchte einfach meine Kartoffel nicht abzugeben oder klauen zu lassen. Im zweiten Pub saßen wir einfach da und tranken Bier. Die Live-Band baute gerade ihre Instrumente auf, sodass wir eine großartige Bespaßung hatten. Dafür gab man sich im dritten Pub mehr Mühe. Unten war die Bar und oben waren auf zwei Tischen Trinkspiele aufgebaut. Wie die heißen weiß ich leider nicht mehr, und wie die Regeln waren auch nicht 🙂 aber es war lustig.
Die letzte Station war kein Pub sondern ein Nachtclub. Hier konnte man bis in die frühen Morgenstunden feiern.

Hier gibt es eine Alkoholbörse

Mir lag der fehlende Schlaf von zwei Nächten tief in den Knochen und dazu noch Bier, da schlaf ich wieder beim Tanzen ein. Daher versuchte ich mich lieber auf den Heimweg zu machen und das Hostel zu finden. 

Dass das die richtige Entscheidung war erfuhr ich am nächsten Tag.

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