Unterwegs

„Ps: Ich liebe dich“ und die Wicklow Mountains

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Ich bin an diesem Tag kurz nach halb sieben schon wach gewesen. Aus dem Schlaf hochgeschreckt, weil ich dachte ich hätte verschlafen. Um sieben war mein Wecker gestellt. Uns Deutschen wird diese Pünktlichkeit so eingeprügelt, dass man nicht mal mehr ruhig schlafen kann.
Ich muss zugeben, ich bin nicht der pünktlichste Deutsche. Als Kind kam ich meist zu spät, wenn ich mit den Freunden verabredet war, hatte immer ne andere Ausrede. Wenn wir in den Urlaub gefahren sind, sind wir nie pünktlich losgekommen, aber ganz ehrlich, was ist so schlimm daran? Am Ende steht man im gleichen Stau mit demjenigen der 10 Minuten eher losgefahren ist.
Ich war nie besonders pünktlich im Leben, aber die Eltern oder Lehrer haben einen beigebracht dass es ganz furchtbar ist nicht rechtzeitig anwesend zu sein. Hallo? Davon geht die Welt nicht unter und heute kann ich sogar nicht mehr ruhig schlafen wegen dieser verdammten Pünktlichkeit! Ich müsste es nach 2 Monaten eigentlich besser wissen, selbst wenn es um 9 Uhr losgehen soll, in Irland ist nie was pünktlich.
Nun saß ich eine Stunde vor Tourbeginn im Bus. Der Bus brauchte 15 bis 20 Minuten, ich bin gegen halb neun in der Stadt gewesen, musste noch Geld holen, was sollte ich die restlichen 25 Minuten tun? 
Ok am Ende war ich froh so zeitig da gewesen zu sein, denn ich lief ne Runde um den Block, um im DIT noch schnell die Toilette aufzusuchen, bei solchen Busfahrten weiß man nie… Als ich zurück kam standen wenigstens ein paar Leute und ich war mir nicht mehr unsicher ob ich vielleicht falsch bin. Ich sollte Google mehr vertrauen. 
Es war trüb, fast wie Regen, aber nicht sehr kalt, wahrscheinlich weil kein Wind ging. Es ging natürlich nicht pünktlich los (ich glaub ich reite sehr viel auf diesem Thema herum) aber das bestätigt wieder nur den deutschen Irrsinn. Der Bus war bis auf einen Platz voll besetzt. Der Fahrer quasselte fast die ganze Fahrt über, ich bekam in kurzer Zeit so viel Input, dass es mir irgendwann auf die Nerven ging. Ok er war auch lustig und konnte gut unterhalten. Aber manchmal muss auch einfach mal die Klappe halten. Unser erster Stopp war Glencree.Sehr feuchter, kalter nasser Ort. Alles grün von Moos, weil es hier wahrscheinlich immer nass ist. Es gab ein Besucherzentrum, einen Bach mit braunem Wasser, eine alte Brücke eine Gebetsgrotte und Toiletten.

Als wir aus Glencree abgefahren sind kam eigentlich nur noch Steppenlandschaft, nasse Steppenlandschaft. Mitten in dieser Steppe war eine Brücke, welche ein reißendes Bächlein überspannt. Dort standen schon zwei Busse und jede Menge Leute. Das war sie also, diese Brücke, die besagte, aus dem Film „Ps: Ich liebe dich.“ Ich habe dazu keinen Bezug, da ich den Film nicht gesehen habe, lediglich das Hörbuch. Auf dieser Brücke haben sich die Hauptdarsteller im Film kennengelernt. Da ich nicht widerstehen kann Fotos zu machen bin ich mit ausgestiegen und knipste fleißig. 

Filmkulisse

Weiter fuhren wir nach Glendalough. Dort war ein alter Friedhof und eine verfallene Kirche, sowie weitere verfallene Häuser. 

Eigentliches Ziel waren aber der Lower und der Upper Lake. Aus diesen Gewässern bezieht die Guinness Brauerei also ihr Wasser. Es hat immer noch geregnet. Es war kein starker Regen, eher Smoothy. 

Aber eben permanent. Wir umrundeten den ersten See (Lower Lake) und entdeckten sogar ziemlich nah zum Wanderweg zwei Rehe. Die Wege waren meist auf Holzpaneelen, da die Wiese wassergetränkt war, ähnlich wie im Sumpfgebiet. 

Gar nicht scheu
Wanderweg
Lower Lake

Links und Rechts von dem kleinen Tal erstreckten sich Berge… „Hügel“, leider blieben sie uns verborgen, da wir Nebel hatten. Nach 20 Minuten erreichten wir auch den Upper Lake. Bevor wir allerdings diesen anschauten suchten wir den Poulanass Wasserfall auf. 

Poulanass Waterfall

Es ging straff den Berg hinauf, wenn auch nur wenige hundert Meter. Wir hatten nur ein begrenztes Zeitfenster, deshalb schauten wir uns den zweiten See an (war nicht viel zu sehen außer Regen und Nebel) und kehrten zum Bus zurück. 

Upper Lake

Meine Jacke war sowas von nass. Ich hoffte, dass sie schnell trocknete. Unser nächster Halt war in Avoca, einem kleinen Dorf, welches berühmt für seine Stoffe und einer Fernsehserie aus den 80er Jahren ist (hier startete übrigens Colin Farrell seine Karriere). Dort kehrten wir in das vorgeschriebene Pub „Fitzgerald“ ein und stillen unseren Hunger. Ich bestellte das „Cottage Pie“ das ist Hackfleisch mit Kartoffelbrei und Käse überbacken, dazu Pommes und Salat. War echt lecker und hat satt gemacht.  

Fitzgeralds

Wir hielten noch kurz bei der Avoca Mill und bekamen eine Blitzführung durch die Weberei. 

Avoca Mill

Musste an Greiz denken und die riesigen Fabriken die dort existierten. Hat mich etwas traurig gemacht. Avoca Stoffe werden sehr teuer verkauft und das Geschäft läuft wohl ziemlich gut. 

Ich habe mir nichts gekauft, war mir echt zu teuer, obwohl echt schöne Teile dabei waren.


Das war unser letzter Stopp, danach ging es direkt wieder nach Dublin. Im Bus schliefen jetzt die meisten. Der Busfahrer erzählte noch ein bisschen, aber auf der Autobahn gab er dann Ruhe.

Alles im allen war es eine typische Touristenkutscherei. Genaue Zeitvorgaben für die Ziele (wobei lange hätte ich mich heute nirgends aufgehalten, da es nur am Regnen war) und wo wir waren, waren Massen an Leuten. Gar nicht gemütlich. Die Tour war ganz nett, wenn auch umspektakulär. Sie ist die bestbewerteste Tour in die Wicklow-Mountains. Ja weil der Fahrer so viel erzählt und Input gibt, kleine Wettbewerbe macht und seine Gäste einfach gut unterhält. Ansonsten konnte ich dem Ausflug nicht viel abgewinnen, außer dass ich mit „Freunden“ unterwegs war.In Dublin schien schon fast wieder die Sonne. Ich habe mich dann auch auf den Heimweg gemacht. Leider den falschen Bus gewählt, der war voll.
Die blöde Klimaanlage in den Bussen, die geben mir neben dem Wetter hier in Irland noch den Rest. Ich hab schon wieder gefühlt wie der Schnupfen hochgekrochen kam. Keinen Bock auf ne weitere Erkältung!!! Aber ich hab jetzt warme Füße, Jacke trocknet, Mütze auch. 
Ein regnerisches Wochenende. 

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