Unterwegs

Regen in Edinburgh

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Ein Tagestrip nach Edinburgh. Von Irland ist das kein Problem. Eine Billigairline hat Tickets für 15EUR angeboten, sodass Hin- und Rückflug, lediglich 30 EUR kosteten. Fünf Studenten fanden sich für den Ausflug und so starteten wir einen Tagesausflug nach Schottland.


Der Tag begann ziemlich früh: gegen 4 Uhr morgens musste ich aufstehen. Der Flieger ging halb sieben, wir wollten uns viertel sechs am Terminal treffen. Da gegen 5 Uhr noch keine Busse fahren, musste ich leider auf ein Taxi zurückgreifen. Ich buchte online eins für 4.50 Uhr. Kurz nach halb fünf rief mich der Fahrer an, dass er vor der Tür steht. Na geil und ich war grad mit Frühstücken fertig. Schnell noch Zähne geputzt, Jacke angezogen und rausgestürmt, leise natürlich.
Der Fahrer war nicht sehr gesprächig, das fand ich nicht sehr schön. Nach 15 Minuten hatten wir den Terminal erreicht und ich zahlte 24 EUR dafür. Tut im Studenten-Budget ganz schön weh. Die anderen waren bei McDonalds frühstücken. Obwohl wir alle pünktlich am Flughafen waren, ging uns schon ganz schön die Düse, als es bei der Sicherheitskontrolle nicht so recht voranging. 5.55 Uhr wird das Gate geschlossen. Angestachelt von der Hektik der anderen rannte ich ihnen hinterher, als alle keuchend um 5.50 Uhr ankamen war das Gate noch nicht mal offen. Ja man kann sich auf die irische Unpünktlichkeit verlassen.

Warten am Gate

Der Pilot meinte es sehr gut mit uns und der Heizung. Es war ziemlich warm. In Edinburgh begrüßte uns, wie nicht anders zu erwarten, der Regen. Der Flughafen war im Vergleich zu Dublin echt süß und wir waren zügig draußen. Danach mussten wir erst mal Geld wechseln. Am Eingang erkundigten wir uns nach einer günstigen Buslinie in die Stadt.
Für 1,50 GBP durfte man mitfahren, ein Tagesticket kostete 3,50 GBP. Achtung, dem Fahrer muss das Geld passend gegeben werden. 

Regen, was sonst

Wir fuhren mit der Nummer 35 ca. 50 Minuten bis in die Innenstadt. Die ganze Fahrt über regnete es ununterbrochen. In Edinburgh wussten wir nicht so recht, wo wir zuerst hinsollten, auch war unsere Motivation eher gegen null, da es nur regnete. Irgendwann sprangen wir aus dem Bus und liefen die Straße entlang und suchten das Schloss. 

Wir sind erst mal ins Rabbie Burns eingekehrt. Small Breakfast. Hat echt satt gemacht. Bohnen, Wurst, Tomate, Spiegelei, Toast, Black Pudding und Bacon. 

Wir sind glaub ich nur hier rein wegen dem Wlan, das nicht mal funktioniert. Das Tollste ist, es weiß keiner, wo wir gerade in Edinburgh sind. Ne Karte wäre toll.

Danach war mir heute überhaupt nicht

Nach der ersten Stärkung schlenderten wir weiter. Unterwegs ergatterten wir eine kostenlose Straßenkarte von Edinburgh und suchten nach einem heftigen Schauer Schutz in einer Kirche. In der St. Giles Cathedral probte gerade ein Chor.

Chorprobe in einer wirklich prachtvollen Kirche

Nach einem kleinen Rundgang endete unsere Besichtigung im Kirchen-Shop und dann waren wir auch schon wieder draußen.

eine weitere Premiere – ich sehe diese Dinger zum ersten Mal live
Ja – das war mal eine Kirche

Wir liefen ziemlich planlos umher, bis wir uns entschlossen die Whisky Experience zu besuchen. Das war das Highlight heute. Für die „Silver Tour“ zahlen Studenten gerade mal 10 GBP. Am Eingang empfing uns ein freundlicher Herr und erklärte uns die verschiedenen Touren. Sehr freundlich. Auch die Damen an der Kasse waren sehr herzlich zu uns.

Eingang zur Tour

Die Tour war echt klasse und ließ mich den Ärger über diesen grauen Tag fast vergessen. In überdimensionalen Holzfässern sitzend wurde uns multimedial die Herstellung von Whisky erläutert. Danach erklärte uns eine nette Dame die Herstellung der Fässer und man konnte die kleine Ausstellung besichtigen. Danach kamen wir zu Präsentation über die verschiedenen Whiskysorten in Schottland. Man unterscheidet in Rowland, Highland, Speyside und Islay. Sie erklärte uns die Geschmacksunterschiede und danach durften wir entscheiden welchen wir probieren wollten. Wer sich nicht entscheiden kann nimmt den Mix aus allen, den Blend. Nun weiß ich endlich wieso der Scotch so einen rauchigen Geschmack hat 🙂

Ich entschied mich über Blau

Im nächsten Raum erfuhren wir detailliert, wie der Whisky zu beurteilen ist und dann endlich, endlich durften wir probieren. Der Raum war voll mit den unterschiedlichsten Whiskyflaschen. Nach diesem Zimmer war die Tour schon zu Ende, aber man konnte noch ein bisschen verweilen und sich über die Geschichte des Whiskys informieren oder die Aussicht auf die Stadt genießen. Die Gläser durften wir behalten. Wir hielten uns nicht lange auf, auch nicht im folgenden Shop, da wir noch aufs Schloss wollten.

Schloss Edinburgh

Allerdings hielten uns die Preise dann doch von einer Besichtigung ab. Der Regen prasselte schon den ganzen Tag auf unser Haupt und so langsam wurde uns kalt. Wir trotteten zurück in die Stadt, keinen Plan, was wir noch machen wollten. 

Ghostbustour

Wir einigten uns auf Regents Garden. Vorher suchten wir noch etwas essbares und die Toilette, aber warm wurde uns trotzdem nicht.

The Scot Monument

Wir kamen wieder auf die Straße und Tada…. die Sonne schien. 

Straßenmusik

Was für ein Glück. Wir stiefelten den Hügel hinauf, verteilten uns überall und machten Fotos. Es war alles ziemlich unspektakulär, der ganze Hügel war voller Touristen und es gab nichts zu sehen, außer der Stadt. 

Nelson Monument

Blick auf die Stadt

Uhrturm des Balmoral Hotels

Mich verließ die Lust an diesem Ausflug. Es war irgendwie so sinnlos. Regen kann einen echt depressiv machen, dazu noch der Schlafmangel und die Mischung ist perfekt. Ich hatte keine Lust mehr, mir war kalt und ich wollte in mein Bett.

Anzug von Ben Scott – AC/DC

Zum Aufwärmen setzten wir uns ins Hard Rock Café und danach mussten wir uns echt auf den Weg zum Airport machen: 21:20 Uhr war Abflug. 

Es dämmert
In der Mitte sieht man das Glasdach des Hauptbahnhofs

Wir suchten also die Bushaltestelle für die Nummer 35. Ich hätte es wissen müssen, vertraue niemals diesem Kommilitone, null Orientierungssinn. Wir liefen planlos die Straßen entlang, dann konnte uns endlich jemand helfen. Am Bus-Stop wurden wir aus den Abfahrtsplänen nicht schlau und es wollte keine 35 ankommen. Nach 20 Minuten stiegen wir in den Bus zum Flughafen. Kurz vorm Einschlafen erreichten wir diesen und schleppten uns zur Sicherheitskontrolle. Boah, ich war saumüde. Am Gate warteten wir ne halbe Ewigkeit bis wir ins Flugzeug durften und hier meinte es der Pilot absolut nicht gut mit uns, es war arschkalt. Vorher durften wir über die Landebahn zum Flugzeug laufen, begleitet von Schneeregen, der mächtig im Gesicht schmerzte.

In Dublin wollte ich nur noch nach Hause. Ich schaute nach einem Bus und hätte den auch erwischt, aber ich hatte eines nach dem Ausstieg vergessen, die Passportkontrolle!! Verdammt. Ich durfte also 25 Minuten auf den nächsten Bus warten. Als ich gegen Mitternacht im Bett lagen, dachte ich mir, den Tag hättest du dir auch schenken können. Es war nichts tolles daran, außer der Whisky. Vielleicht war ich doch mit den falschen Leuten unterwegs.

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